Kfz-Zulassung: Das gibt es zu beachten

Kfz-Zulassung

Wichtige Information zur Zulassung: Die Zulassungsstellen sind aktuell wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Keine Sorge: Die eVB-Nummer ist bei der BavariaDirekt 100 Tage lang gĂŒltig. Seit Oktober 2019 können Sie Ihr Auto außerdem online zulassen – ohne persönlichen Kontakt zu einer Zulassungsstelle. Was die Voraussetzungen dafĂŒr sind und wie die Online-Zulassung funktioniert, erklĂ€ren wir Ihnen im Artikel „Auto online zulassen: Zulassung per Mausklick“.

Der Kauf eines Autos ist fĂŒr den zukĂŒnftigen Besitzer mit einigem Aufwand verbunden. Mit dem Kauf allein ist es nicht getan, das Fahrzeug muss auch zugelassen werden und benötigt eine gute Kfz-Versicherung. Die Zulassung ist an jeder der dafĂŒr zustĂ€ndigen Zulassungsstellen möglich – persönlich und via Internet.

FĂŒr das Prozedere rund um die Zulassungsstellen / Zulassung gibt es einige Punkte zu beachten, angefangen von den relevanten Papieren, ĂŒber die Kennzeichen bis hin zur Vollmacht bei Abwesenheit. Mit dem nötigen Know-how ist die Zulassung des Kfz allerdings kein Problem.

Die relevanten Unterlagen

FĂŒr die Kfz-Anmeldung benötigen Sie verschiedene Unterlagen. Bei Neu- und Gebrauchtwagen gibt es einige Unterschiede zu beachten.

FĂŒr Neuwagen und Gebrauchtwagen:

  • GĂŒltiger Personalausweis
  • Fahrzeugbrief (entspricht der Zulassungsbescheinigung Teil II)
  • eVB-Nummer (BestĂ€tigung der Kfz-Versicherung)
  • SEPA-Lastschriftmandat (Kfz-Steuer)

ZusĂ€tzlich nur fĂŒr Gebrauchtwagen:

  • Fahrzeugschein (entspricht der Zulassungsbescheinigung Teil I)
  • GĂŒltiger Haupt- und Abgasuntersuchungsnachweis
  • Nummernschilder bei noch zugelassenen Fahrzeugen, fĂŒr die ein neues Kennzeichen vorgesehen ist

ZusĂ€tzlich nur fĂŒr Neuwagen:

  • Herstellerbescheinigung der EG-Übereinstimmung (COC-Papiere)
  • Erstzulassungs-Fahrzeugschein (entspricht der Zulassungsbescheinigung Teil I) der Zulassungsbehörde

Die verschiedenen Kfz-Zulassungsvarianten

Die in Deutschland zulĂ€ssigen Kfz-Kennzeichen und die damit verbundene Kennzeichnungspflicht unterliegen der sogenannten Fahrzeug-Zulassungsverordnung. Ziel ist das eindeutige Zuordnen eines Kfz und der Nachweis der ordnungsgemĂ€ĂŸen Zulassung.

Unterschieden werden im Wesentlichen

  • Rotes Kfz-Kennzeichen (in der Regel nur fĂŒr HĂ€ndler)
  • Saison-Kennzeichen (nur im angemeldeten Zeitraum gĂŒltig)
  • ÜberfĂŒhrungskennzeichen (fĂŒnf Tage GĂŒltigkeit)
  • Oldtimer-Kennzeichen (fĂŒr historische Autos, Markierung „H“)
  • GrĂŒne Kfz-Kennzeichen (fĂŒr gemeinnĂŒtzig genutzte Kfz sowie Land- und Forstwirtschaft)
  • Diplomaten-Kennzeichen (fĂŒr Diplomaten und Botschaftsangehörige)

Der Kennzeichenaufbau beinhaltet Buchstaben fĂŒr den Verwaltungsbezirk, bei Bedarf fĂŒr verschiedene Behörden, die Erkennungsnummer und die PrĂŒfplakette.

Das Wunschkennzeichen

Viele Halter eines Kfz hĂ€tten fĂŒr ihr Fahrzeug gerne ein Wunschkennzeichen. In der Regel vergibt die Zulassungsbehörde ein Auto-Kennzeichen aus bestehenden Kombinationen beziehungsweise VorschlĂ€gen, zwischen denen frei gewĂ€hlt werden kann. Ein individualisiertes Auto-Kennzeichen hingegen wird aufgrund seines hohen Wiedererkennungswertes und der persönlichen Note geschĂ€tzt, die damit verbunden ist. Die Wunschnummernschilder gelten als Statement und sind vielfach bezogen auf ein Lebensereignis, ein Hobby oder ein ganz eigenes Interesse, das sich in Form von entsprechenden Zahlen und Buchstaben prĂ€sentieren lĂ€sst. Vielen dient es als eine Art Logo, das entweder Aufmerksamkeit erregt oder einfach nur fĂŒr den Halter selbst oder im privaten Umfeld eine Bedeutung hat.

Beim Wunschkennzeichen sind viele, jedoch lĂ€ngst nicht alle Kombinationen möglich. Eine ganze Reihe an Buchstabenfolgen sind rechtswidrig, weil sie typische AbkĂŒrzungen aus dem nationalsozialistischen Kontext darstellen, darunter beispielsweise „HJ“, „SS“ sowie „SA“. In Bezug auf die Zulassungsstellen / Zulassung spezifischer Kfz-Kennzeichen haben Sie keinen gesetzlichen Anspruch auf ein solches Produkt. Es ist durchaus möglich, dass die Mitarbeiter am Zulassungsstandort allein aus Überlastungs- und ZeitgrĂŒnden die Bearbeitung, die mit einem zusĂ€tzlichen Zeitaufwand verbunden ist, ablehnen.

Aus diesem Grund ist eine Beantragung des Wunschnummernschilds ĂŒber das Internet ratsam. Hier können Sie bereits beim Online-Ablauf sehen, ob die gewĂŒnschte Kombination verfĂŒgbar und zulĂ€ssig ist. Die Kosten sind bundeseinheitlich geregelt und betragen 10,20 Euro fĂŒr die Beantragung zuzĂŒglich 2,60 Euro fĂŒr die Reservierung. Das Wunschnummernschild wird Ihnen per Post zugestellt. Sie können es dann zur Zulassung des Kfz mitnehmen.

Die anfallenden Kosten

FĂŒr die entsprechenden GebĂŒhren besteht keine bundeseinheitliche Regelung. Die Preise sind durchaus vergleichbar, können sich jedoch um wenige Euro unterscheiden und sind im Detail bei Ihrer zustĂ€ndigen Zulassungsstelle zu erfragen.

Im Durchschnitt werden berechnet (Richtwert)

  • Anmeldung eines Neuwagens (Erstzulassung): 26,00 Euro
  • Gebrauchtwagen-Zulassung im bestehenden Bezirk: 19,00 Euro
  • Gebrauchtwagen-Zulassung in einem neuen Bezirk: 29,00 Euro
  • Ummeldung eines Fahrzeugs ohne Wechsel des Halters: 26,00 Euro
  • Ummeldung eines Fahrzeugs mit Wechsel des Halters: 29,00 Euro
  • FĂŒnftĂ€giges Kurzzeit-Kennzeichen: 10,00 Euro
  • Oldtimer-Kennzeichen: 40,00 Euro
  • Ausfuhr-Kennzeichen: 33,00 Euro
  • Rotes HĂ€ndler-Kennzeichen: 100,00 Euro
  • Saison-Kennzeichen: 30,00 Euro
  • Korrektur von Fahrzeugpapieren: 11,00 Euro

Die Wiederzulassung eines Fahrzeugs

HĂ€ufig wird ein Fahrzeug abgemeldet, weil es fĂŒr einen lĂ€ngeren Zeitraum nicht mehr genutzt wird und entsprechend in dieser Zeit keine unnötigen Kosten verursachen soll. Vielleicht stellen Sie sich die Frage, ob Ihr schon einmal zugelassenes Kfz nach der Abmeldung auch wieder zugelassen werden kann. Dies ist in der Regel problemlos möglich, allerdings gibt es einige Punkte zu beachten.

Das Fahrzeug muss weniger als sieben Jahre abgemeldet gewesen sein, um bei der Zulassungsstelle erneut angemeldet werden zu können. Wurde der Zeitraum nicht ĂŒberschritten, so ist die Nutzung der frĂŒheren Fahrzeugpapiere bei der Anmeldung möglich. Voraussetzung hierfĂŒr ist eine neue und aktuell gĂŒltige eVB-Nummer. Ohne die Bescheinigung der neu ausgestellten elektronischen VersicherungsbestĂ€tigung ist eine Zulassung nicht möglich.

Unter UmstĂ€nden ist eine Neuauflage der gesetzlich vorgeschriebenen Haupt- und Abgasuntersuchung geboten, bevor Ihr Auto wieder zugelassen werden kann. Die Ausstellung eines neues Kfz-Kennzeichens beziehungsweise eines neuen Schildersatzes muss ebenfalls vorgenommen werden. Liegt der Zeitraum der Kfz-Abmeldung mehr als sieben Jahre zurĂŒck, ist die Betriebserlaubnis vollumfĂ€nglich erloschen. In dem Fall ist eine vollstĂ€ndige Neuzulassung nach den ĂŒblichen Kriterien erforderlich.

Die Zulassungsvollmacht

Nicht jeder Kfz-Besitzer hat die Möglichkeit die Zulassungsstellen / Zulassung persönlich aufzusuchen beziehungsweise vorzunehmen. Die Öffnungszeiten sind hĂ€ufig nicht kompatibel mit vielen Arbeitszeiten von Arbeitnehmern und bieten demnach nicht genĂŒgend zeitlichen Spielraum fĂŒr ein persönliches Erscheinen. Sie haben jedoch die Möglichkeit, eine Vertretung an den entsprechenden Standort zu schicken. Dies sollte eine Person Ihres Vertrauens sein, beispielsweise der Ehepartner oder ein guter Freund. Hierbei gilt es zu beachten, dass der BevollmĂ€chtigte in jedem Fall die Zulassungsstelle aufsuchen muss, die sich an Ihrem Hauptwohnsitz befindet. Es besteht nicht die Möglichkeit, die Anmeldung am Wohnort Ihres BevollmĂ€chtigten zu erledigen.

Die vertretende Person benötigt von Ihnen eine Vollmacht, die formlos sein kann. Bei den Angaben sind Name, Anschrift und Geburtsdatum sowohl von Ihnen als auch vom Vollmachtnehmer einzutragen. Weiterhin mĂŒssen die Fahrzeug-Identifizierungsnummer sowie Marke, Modell, eVB-Nummer und amtliches Kennzeichen genannt sein. DarĂŒber hinaus mĂŒssen Sie einwilligen, dass dem BevollmĂ€chtigten eine eventuelle Zulassungsverhinderung aufgrund von steuerlichen RĂŒckstĂ€nden mitgeteilt wird. ZusĂ€tzlich ist die Vertretungsperson verpflichtet einen gĂŒltigen Ausweis und von Ihnen eine Ausweiskopie inklusive MeldebestĂ€tigung mitzubringen. Wenn Sie das Formular nicht selbst verfassen möchten, können Sie auch auf eine der vielen kostenfreien Vordrucke im Internet zurĂŒckgreifen.

Hinweise fĂŒr schnellere AblĂ€ufe

Bestimmt sind Ihnen die langen Warteschlangen vor den Zulassungsstellen bekannt. Vor allem bei fehlenden oder nicht vorbereiteten Unterlagen kann sich die Zeit sehr hinziehen. Mit etwas Planung lĂ€sst sich der Ablauf deutlich entspannter und auch kĂŒrzer gestalten. ZunĂ€chst ist es wichtig, die genannten Dokumente vorzubereiten, vollstĂ€ndig zur Anmeldung mitzunehmen und auch genĂŒgend Geld fĂŒr die GebĂŒhren dabei zu haben.

Das Kfz-Kennzeichen können Sie online beantragen. Hierzu werden die erforderlichen Angaben an den Dienstleister geschickt, der Ihnen anschließend die Schilder und die Papiere fĂŒr die Zulassung auf dem Postweg zusendet. Mit diesen vorbereitenden Maßnahmen lĂ€sst sich die Wartezeit in der Zulassungsstelle deutlich reduzieren. Die vorhandenen Daten werden dann lediglich kontrolliert und auf die Ausdrucke ĂŒbertragen.

Seit Oktober 2019 können Sie Ihr Auto auch online zulassen – ohne persönlichen Kontakt zu einer Zulassungsstelle und ohne lange Wartezeiten. Was die Voraussetzungen dafĂŒr sind und wie die Online-Zulassung funktioniert, erklĂ€ren wir Ihnen im Artikel „Auto online zulassen: Zulassung per Mausklick“.