Tatort Mietwohnung: Warum eine Privat-Haftpflicht für Mieter Pflicht ist

Kleinkind verursacht Schaden in Mietwohnung

Schimmel an den Wänden, Kratzer im Parkett, angemalte Fensterrahmen – Schäden in Mietwohnungen sind ein häufiges Streitthema. Vor allem bei Ein- und Auszug schauen Mieter und Vermieter ganz genau hin. Wer in einer Wohnung lebt, hinterlässt zwangsläufig Spuren – das ist unvermeidbar. Aber wie viel Abnutzung ist erlaubt und welche Versicherung kommt im Fall der Fälle für den Schaden auf? Wir klären Sie über Ihre Rechte als Mieter auf und zeigen Ihnen außerdem, wie Sie Ihre Mietwohnung mit einer Privat-Haftpflicht gegen Mietsachschäden absichern.

Mitsachschaden: Welche Schäden gehören dazu?

Ein Schaden an einer Mietsache kann immer nur dann eintreten, wenn ein Gegenstand auch wirklich von Ihnen gemietet wird, das heißt, eigentlich Ihrem Vermieter gehört. Zusammen mit einer Mietwohnung mieten Sie immer auch das feste Inventar, wie beispielsweise Bodenbeläge, Waschbecken, Toilette oder Türen. Diese und vergleichbare Gegenstände sind Eigentum Ihres Vermieters und werden Ihnen für die Dauer ihres Mietverhältnisses zur Nutzung überlassen. Entsteht ein Schaden an diesem fest verbauten Wohnungsinventar, steht der Mieter in der Pflicht, den Schaden beim Vermieter zu melden. Ob er für den Sachschaden auch bezahlen muss, hängt davon ab, ob er ihn durch fahrlässiges oder mutwilliges Verhalten verursacht hat, oder ob es sich um eine normale Abnutzung handelt. Eine Absicherung gegen Mietsachschäden bietet auf jeden Fall eine Privat-Haftpflicht für Ihre Mietwohnung.

Vertragsmäßiger Gebrauch: So viel Abnutzung ist beim Mieten erlaubt

Wer in einer Mietwohnung lebt, hinterlässt zwangsläufig Spuren. Doch wie viel Abnutzung ist beim Mieten erlaubt?

Wer eine Wohnung mietet, möchte auch darin leben, kochen, waschen, duschen, arbeiten, usw. Früher oder später sieht man das der Wohnung auch an. Trotzdem spricht man bei diesen alltäglichen Verhaltensweisen von einem „vertragsmäßigen Gebrauch“. Entstehen infolge dieses vertragsmäßigen Gebrauchs Schäden in der Mietwohnung, hat der Mieter diese nicht zu verantworten. Anders steht es um Beschädigungen, die durch grob fahrlässiges oder mutwilliges Handeln entstehen. Ist beispielsweise in Ihrer Mietwohnung ein hochwertiger Teppichboden verlegt, sollte dieser rund zehn Jahre halten. Falls er dann abgenutzt und verschlissen ist, ist das nicht Ihre Schuld. Feiern Sie aber überdies auf demselben Boden eine wilde Geburtstagsparty und hinterlassen Rotweinflecken und Brandlöcher auf dem Teppichboden, müssen Sie den Schaden ersetzen. In diesem Fall bedeutet das, einen neuen Teppichboden zu bezahlen. Das kann teuer werden! Sichern Sie daher mit einer Privat-Haftpflicht Ihre Mietwohnung gegen Mietsachschäden ab.

Welche Schäden übernimmt die Privat-Haftpflicht bei einer Mietwohnung?

Die meisten Privat-Haftpflichtversicherungen übernehmen Schäden, die an fest eingebautem Inventar der Mietwohnung entstehen. Darunter fallen unter anderem Schäden an

  • Böden, wie Parkettböden, Fliesen oder Teppichböden.
  • Bad- und Sanitäreinrichtungen, wie Waschbecken, Badewannen und Toiletten.
  • Wänden, Türen und Fenstern.
  • fest eingebautem Mobiliar, wie zum Beispiel einem Einbauschrank.

Entstehen Schäden durch alltägliche Abnutzung, hat der Vermieter keinen Anspruch auf Schadensersatz und die Privat-Haftpflichtversicherung kommt für den Schaden nicht auf.

Welche Schäden übernimmt die Privat-Haftpflicht bei einer Mietwohnung nicht?

Die meisten Privat-Haftpflichtversicherungen zahlen einen Schaden in einer Mietwohnung nicht, wenn eine bewegliche Sache beschädigt wurde. Bewegliche Sachen in einer Mietwohnung sind Gegenstände, die nicht fest verbaut sind. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Möbelstücke
  • Elektrogeräte
  • Küchengeräte
  • Gasanlagen
  • Markisen
  • Warmwasserthermen

Ebenso vom Versicherungsschutz der Privat-Haftpflicht ausgeschlossen sind Schäden, die im Laufe der Zeit durch eine normale Abnutzung entstehen. Die Kosten für Abnutzung und Verschleiß sind generell durch die Mietzahlungen abgedeckt. Hier kann der Vermieter keinen Schadensersatz verlangen.

Die BavariaDirekt Privat-Haftpflichtversicherung versichert auch bewegliche Sachen, sofern Sie von Ihnen gemietet werden. Einzige Ausnahme: Gasanlagen.

Glasschaden in Mietwohnung: Privat-Haftpflicht hier sinnvoll?

Schäden an Glasscheiben, zum Beispiel Ihrer Fensterscheibe, oder Ihrem Glaskeramikkochfeld, sind nicht über die Privat-Haftpflichtversicherung für Mietwohnungen abgedeckt. Warum nicht? Glasscheiben zählen generell nicht zur Mietsache. Glasschäden lassen sich aber in der Hausratversicherung mitversichern. Schließen Sie bei der BavariaDirekt eine Hausratversicherung ab, können Sie sich aussuchen, ob Sie Ihre Gebäude- und Mobiliarverglasung versichern möchten, oder nicht.

Welche Schäden generell über eine Hausratversicherung abgedeckt sind, erfahren Sie in diesem Artikel.

Schlüsselverlust: Das zahlt die Privat-Haftpflicht

Schlüssel verloren? Eine gute Privat-Haftpflichtversicherung bewahrt Sie vor hohen Kosten.

Ausgesperrt? Schlüssel weg? Das kann teuer werden. Oft erhalten Mieter einer Mietwohnung über eine zentrale Schlüsselanlage Zugang zu mehreren Räumen, beispielsweise zu Waschräumen, Tiefgaragen und Kellerräumen. Verliert ein Mieter seinen Schlüssel, müssen dann häufig mehrere Schlösser und Schlüssel ausgetauscht werden. Je nach Wohnhaus kann daher ein Schlüsselverlust einen Schaden von mehreren tausend Euro verursachen.

Haben Sie für Ihre Mietwohnung eine Privat-Haftpflicht abgeschlossen, zahlt diese meist auch bei Schlüsselverlust. Schließen Sie zum Beispiel bei der BavariaDirekt eine Privat-Haftpflichtversicherung Komfort M oder L ab, ist der Verlust von Haus- und Wohnungsschlüsseln bis zu einem Betrag von 100.000 Euro abgesichert.

Zahlt die Privat-Haftpflicht auch bei Schäden durch Kinder?

Oft sind es Kinder, die einen Schaden in der Mietwohnung anrichten. Ihre eigenen Kinder sind in den meisten Privat-Haftpflicht-Tarifen mitversichert, solange sie noch minderjährig, oder in Ausbildung (erster Ausbildungsweg) sind.

Darüber hinaus hängt es vom Alter Ihrer Kinder ab, ob Ihre Privat-Haftpflicht für Mietwohnungsschäden aufkommt. Vor ihrem siebten Geburtstag gelten Kinder als „deliktsunfähig“. Das bedeutet, dass sie generell nicht für Schäden haftbar gemacht werden können. Wohnen in Ihrer Mietwohnung also Kinder unter sieben Jahren, sollten Sie darauf achten, dass Ihre Privat-Haftpflichtversicherung auch deliktsunfähige Kinder versichert.

Bei der BavariaDirekt Privat-Haftpflicht sind Ihre Kinder bis zum 21. Lebensjahr generell mitversichert, sogar deliktsunfähige Kinder. Befinden sich Kinder auch darüber hinaus noch in Ausbildung, besteht in vielen Fällen weiterhin Versicherungsschutz.

Zahlt die Privat-Haftpflicht bei Mietsachschäden durch Haustiere?

Auch des Menschen bester Freund kann mal einen schlechten Tag haben. Mit einer Hunde-Haftpflichtversicherung gehen Sie auf Nummer sicher.

Wenn sich der Hamster durch die Fußleisten nagt oder die Katze den Türrahmen als Kratzbaum nutzt, dann gilt auch das nicht als vertragsmäßiger Gebrauch. Bezahlt die Privat-Haftpflicht bei Mietsachschäden durch Haustiere? Das hängt von Ihrer Versicherung und vom konkreten Einzelfall ab. In den meisten Privat-Haftpflicht-Tarifen sind Kleintiere wie Hamster, Katzen oder Fische mit abgedeckt. Der Versicherungsschutz gilt aber nur dann, wenn es sich um einen unvermeidbaren, plötzlich eingetretenen Schaden an der Mietwohnung handelt. Schärft sich die Hauskatze regelmäßig ihre Krallen am Türrahmen, bezahlt die Privat-Haftpflichtversicherung nicht. Ein Kratzbaum muss her.

Auch bei der BavariaDirekt Privat-Haftpflichtversicherung sind Mietsachschäden durch zahme Haustiere wie Hamster oder Katzen versichert.

Wer auf Nummer sicher gehen will, schließt obendrein eine separate Tier-Haftpflichtversicherung ab. So entscheiden sich beispielsweise die meisten Hundehalter für den Abschluss einer Hunde-Haftpflichtversicherung. Sie schützt Hund und Halter nicht nur bei Mietsachschäden, sondern übernimmt auch die Kosten, wenn Ihr Hund außerhalb der Wohnung einen Schaden verursacht. Darüber hinaus ist in einigen Bundesländern eine Hunde-Haftpflichtversicherung sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Mietsachschaden im Ferienhaus: Zahlt hier auch die Privat-Haftpflicht?

Entsteht in einer gemieteten Ferienwohnung ein größerer Schaden, ist die Urlaubslaune erstmal dahin. Aber auch hier bleiben Sie nicht auf den Kosten sitzen. In der privaten Haftpflichtversicherung sind Schäden an gemieteten und gepachteten Gebäuden versichert – egal, ob es Ihr fester Wohnsitz ist, oder ein Zuhause auf Zeit. Dies gilt auch, wenn Sie eine Unterkunft über AirBnB mieten. Zur Absicherung von Vermietern bieten Portale wie AirBnB oft zusätzliche Versicherungen an. Hier sind die Hürden für die Meldung eines Schadens jedoch oft sehr hoch und die Versicherungssummen häufig zu niedrig angesetzt. Verlassen Sie sich daher auch hier lieber auf Ihre Privat-Haftpflichtversicherung.

Privat-Haftpflicht für Eigenheimbesitzer: Vorsicht bei Vermietung

Eine private Haftpflichtversicherung schützt nicht nur Mieter, auch Immobilieneigentümer profitieren von einer Privat-Haftpflichtversicherung. Dabei ist jedoch wesentlich, ob Sie die erworbene Immobilie selbst bewohnen oder vermieten. Wer ein Haus oder eine Wohnung besitzt und diese selbst nutzt, ist mit einer privaten Haftpflichtversicherung meist gegen die häufigsten Risiken abgedeckt. Schwieriger wird es, wenn Sie eine Immobilie vermieten.

Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht schützt auch Vermieter

Das Sichern bzw. Abschneiden von losen Ästen zählt zu den Instandhaltungspflichten eines Vermieters.

Als Eigentümer einer vermieteten Immobilie haben Sie diverse Pflichten. Dazu zählen unter anderem die Verkehrssicherungspflicht und die Instandhaltungspflicht. Aus der Verkehrssicherungspflicht ergeben sich zum Beispiel Aufgaben wie das Räumen und Streuen von Wegen oder das Beleuchten von Treppenhäusern. Die Instandhaltungspflicht macht Eigentümer dagegen verantwortlich für lose Dachziegel, defekte Bodenbeläge oder herunterfallende Äste. Derartige Schäden müssen Vermieter meist über eine separate Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung abdecken.

Gut zu wissen: In der BavariaDirekt Privat-Haftpflichtversicherung ist eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht in allen Tarifen bereits enthalten. Sie sichert Eigentümer einer selbst bewohnten Immobilie im gesetzlich vorgegebenen Rahmen ab. Darüber hinaus besteht ab Tarif M ein zusätzlicher Schutz für Bauherren und Eigentümer von unbebauten Grundstücken. Außerdem sind vermietete Wohnungen im selbst bewohnten Ein- und Zweifamilienhaus sowie ein in Europa gelegenes Ferienhaus im Tarif Komfort L versichert.