ETF – einfach erklärt und wie Sie langfristig sparen

ETF

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Möchten Sie Ihr Geld gewinnbringend anlegen, kommen Sie um die Börse kaum herum. ETFs sind eine Investitionsform, bei der Sie mit wenig Aufwand und noch dazu kostengünstig Vermögen aufbauen können. Wir erklären verständlich und auch für Anfänger, wie ETFs funktionieren und was Sie bei der Auswahl beachten sollten.

ETF – was ist das?

ETF ist die Abkürzung für die englische Bezeichnung „Exchange Traded Fund“, auf Deutsch „börsengehandelter Fond“. Ein Fond ist ein Geldtopf in den Anleger ihr Geld einzahlen und dafür Anteile am Fond erhalten. Anteile können beispielsweise Aktien sein. Kauf und Verkauf der Fondanteile laufen bei ETFs vollautomatisiert über die Börse.

ETFs in der heutigen Form gibt es seit Anfang der 1990er-Jahre, die ersten wurden in den USA aufgelegt. Heute haben sie weltweit einen Wert von mehreren Billionen Euro.

Was Kartoffeln mit ETFs zu tun haben?

Stellen Sie sich einen Fonds als eine Scheune vor, in der drei Sorten Kartoffeln lagern. Der Scheunenbesitzer ist ein smarter Geschäftsmann (die Fondsgesellschaft). Er verkauft Anteile an den Kartoffelbeständen.

In der Scheune (Fonds) liegen aktuell die Kartoffelsorten (Aktien) Nicola, Anneliese und Vitelotte. Um die Qualitätsunterschiede zu zeigen, gibt es ein Punktesystem, den sogenannten Index. Der Kartoffel-Index gibt vor: Sorte „Nicola“ 2 Punkte, „Anneliese“ 3 Punkte und die Trüffelkartoffelsorte „Vitelotte“ 5 Punkte. Das Punktesystem hat sich der Scheunenbesitzer nicht selbst ausgedacht, sondern es von einem bekannten Kartoffelzüchterverband gekauft, weil er weiß, dass er damit die besten Geschäfte macht.

Mit dem Geld der Anleger geht der Scheunenbesitzer zum Markt und kauft Kartoffeln streng nach dem Punktesystem (Index). Geben Sie dem Besitzer beispielsweise 10 Euro, dann kauft er für 2 Euro Nicola-, für 3 Euro Anneliese- und für 5 Euro Vitelotte-Kartoffeln. Das ist Ihr Anteil am Scheunenbestand.  

Der Scheunenbesitzer hat regelmäßige Meetings mit dem Kartoffelzüchterverband. Denn die Damen und Herren dort kennen sich bestens aus. Sie wissen immer, welche Sorten in den letzten Monaten besonders beliebt waren und welche nicht. Dementsprechend passen sie den Kartoffel-Index an.

Es kann also passieren, dass die Sorte Nicola plötzlich mehr oder weniger Punkte bekommt. Oder sie fliegt ganz aus dem Index, weil sie niemand mehr mag. Für den Scheunenbesitzer heißt das, er muss seine Käufe auf dem Markt entsprechend anpassen und in der Scheune hin und wieder aufräumen: unbeliebte Kartoffelsorten raus, beliebte rein. Denn der Kartoffel-Index ist die Geschäftsbasis für den Scheunenbesitzer. Er weicht nie davon ab.

Kartoffeln mit einer Grafik von Börsenkursen
Unser Kartoffel-Beispiel hilft ETFs einfacher zu verstehen

Bei einem ETF passiert all das vollkommen automatisiert. Den Job des Scheunenbesitzers übernehmen große Firmen wie Black Rock oder Vanguard an der Börse. Den ebenso wichtigen Job des Kartoffelzüchterverbandes übernehmen Indexanbieter wie MSCI oder FTSE Russel. Mit Computerprogrammen und komplexen Algorithmen berechnen sie knallhart das Marktgeschehen der Vergangenheit. Black Rock oder Vanguard kaufen diese Indizies (quasi als Lizenz), um damit mit dem Geld der Anleger erfolgreich handeln zu können.  

Was ist der Unterschied zwischen ETF und Fonds?

Ein ETF ist ein Fonds, aber kein aktiv gemanagter. Es gibt also keinen menschlichen Fondsmanager (aktiver Fonds), der Aktien nach Belieben einkauft und das Geld der Anleger an der Börse einsetzt. 

Im ETF läuft all das vollkommen automatisiert (passiver Fonds) und nach strengen Regeln (indexbasiert). Algorithmen berechnen den Index entsprechend dem Marktgeschehen, indem sie den Börsenwert von Firmen bewerten. Durch die Automatisierung entfallen hohe Verwaltungskosten.

Welche ETFs gibt es?

ETFs lassen sich nach unterschiedlichen Merkmalen einteilen, etwa nach Branche, Anlageklasse oder auch nach Kriterien wie Nachhaltigkeit. Auch Mischformen gibt es.

Die Art des ETFs entscheidet darüber, wie breit er aufgestellt ist. So ist ein Welt-ETF viel breiter aufgestellt als ein ETF, der beispielsweise nur in eine bestimmte Technologie wie Wasserstoff investiert.

Das sind die wichtigsten Kategorien, in die sich ETFs einteilen lassen, im Überblick:

KriteriumBeispiel
BrancheRohstoff-ETFs, Technologie-ETFs, Klima-ETFs, Rüstungs-ETFs
AnlageklasseAktien-ETFs, Anleihen-ETFs, Immobilien-ETFs (REITs), Geldmarkt-ETFs
RegionEuropäische ETFs, US-ETFs, Schwellenländer-ETFs, Welt-ETFs
MischformMulti-Asset-ETFs, z. B. Sachwert-Mix aus Gold und Rohstoffen oder Aktien-Anleihen-Mix wie die Vanguard LifeStrategy-Serie
ErtragsverwendungAusschüttende ETFs, thesaurierende ETFs
NachhaltigkeitESG- und SRI-ETFs mit Nachhaltigkeitskriterien, klassische ETFs ohne Filter

Wie funktioniert ein ETF?

Entworfen werden die Indizes für die ETFs von großen Finanzdienstleistern wie MSCI (Sitz: New York) oder FTSE Russell (Sitz: London) nach transparenten Regeln. Ein Index ist nie fix, sondern wird laufend an das Marktgeschehen angepasst.

Es gibt viele verschiedene ETFs und jeder ETF hat seinen eigenen Index. Darüber hinaus hat jeder ETF eine eigene Nummer, die ISIN, die ihn unverwechselbar macht.

Große Fonds- und Vermögensgesellschaften wie BlackRock (iShares) oder Vanguard kaufen zunächst die Indizies der Finanzdienstleister.

Streng nach dem jeweiligen Index kaufen und verkaufen Sie Aktien an der Börse, man spricht auch vom Nachbilden oder Kopieren eines Indexes. Dafür benötigen sie das Kapital der Anleger. Über Kapital-Einlagen erwirbt ein Anleger Anteile am ETF.

Ein vereinfachtes Beispiel verdeutlich die Funktionsweise eines ETFs:

Angenommen, ein ETF mit dem fiktiven Namen ABC Super Duper hat folgenden Index:

ABC Super Duper Index
Aktien Firmenanteil in Prozent
Siemens25 %
Apple30 %
BMW25 %
Bosch20 %
Gesamt100 %
Die Prozentzahlen stellen Gewichtungen dar und spiegeln den Börsenwert einer Firma.

Investieren Sie 1.000 Euro in diesen ETF, beispielsweise bei Vanguard, muss Vanguard Ihr Geld streng nach dem ABC Super Duper Index anlegen. Rein rechnerisch heißt das: Für 250 Euro werden Aktien bei Siemens gekauft, für 300 Euro Aktien bei Apple, für 250 Euro bei BMW und für 200 Euro bei Bosch.

Die Zusammenstellung eines Indexes wird regelmäßig angepasst, weil sich Kurse, Indexregeln und Indexbestandteile fortlaufend verändern.

ETFs – physische und die synthetische Replikation

Fondsgesellschaften nutzen zwei Methoden, um mit den Indizes zu handeln: die physische und die synthetische Replikation. Replikation steht für Nachbildung.

Bei der physischen Replikation kaufen die Fondsgesellschaften die Aktien tatsächlich am Markt ein und verwahren diese sicher in einem Depot. Dort sind sie als Sondervermögen geschützt. Denn sollte die Fondsgesellschaft plötzlich Konkurs anmelden, ist das Geld der Anleger sicher. Da das Sondervermögen rechtlich vom Firmenvermögen getrennt ist und somit nicht Teil einer Konkursmasse wird. 

Bei der synthetischen Replikation kauft die Fondsgesellschaft die Aktien aus dem Index nicht direkt, sondern bildet den Index künstlich über einen Swap ab – eine Art Tauschgeschäft. Statt der realen ABC-Super-Duper-Index-Anteile hält die Fondsgesellschaft dann ein anderes Wertpapierpaket als Ersatz. Sie vereinbart mit einer Bank, dass diese exakt die Rendite des ABC-Super-Duper-Index zahlt, egal, wie sich das Ersatzpaket entwickelt. Dafür zahlt sie der Bank eine Gebühr. Der Vorteil: So lassen sich auch Indizes nachbilden, die an der Börse kaum handelbar sind, beispielsweise für Rohöl oder Gold, die man nicht in ein Depot stecken kann.

Die arktische Frostknolle und die synthetische Replikation

Nehmen wir noch einmal das Beispiel mit der Kartoffelscheune. Stellen Sie sich vor, der Kartoffelzüchterverband nimmt plötzlich eine seltene Kartoffelsorte in den Index auf: die arktische Frostknolle. Die gibt es nur im hohen Norden, tief unter der Erde und nicht auf dem heimischen Markt. Und der Scheunenbesitzer kann unmöglich dorthin reisen. Was also tun, denn er darf ja nur streng nach dem Index des Kartoffelzüchterverbandes handeln. Hier kommt der Trick der synthetischen Replikation ins Spiel.

Mit der Bank am Ort macht er ein Tauschgeschäft (Swap). Die Bank sagt: Kauf einfach die Kartoffeln, die es auf dem heimischen Markt gibt und was die Anlieger betrifft, tust Du so, als hättest Du die Frostknolle jetzt im Lager. Sollte die arktische Frostknolle im Wert steigen, zahlen wir Dir den Gewinn aus, den Du dann an die Anleger weitergeben kannst. Im Gegenzug dafür zahlst Du uns eine Gebühr.

Auch die synthetische Replikation unterliegt bei regulierten Fonds strengen Vorgaben. So schreibt die EU vor, dass höchstens zehn Prozent des Fondsvermögens von einer Bank abhängen dürfen, mit der das Tauschgeschäft läuft (Swap). Das begrenzt das Risiko, wenn die Bank die Rendite nicht zahlen kann.

Gebäude der New Yorker Börse
Einge der größen Indizies werden in New York entwickelt

Wie funktioniert der Kauf von ETF-Anteilen?

Möchten Sie mit Ihrem Geld Anteile an ETFs kaufen, brauchen Sie einen Broker oder eine Bank wie z. B. Trade Republic oder ING. Broker stellen die technische Plattform und die Depots zur Verfügung.

Als Anleger wählen Sie sowohl den Broker als auch den Anbieter des ETFs selbst aus und verwalten Käufe, Verkäufe und Gewinne eigenständig und ohne Berater per Online-Banking beziehungsweise per App. 

Für den Geldverkehr müssen Sie beim Broker neben dem Depot in der Regel ein weiteres Konto einrichten, das sogenannte Verrechnungskonto oder Cash-Konto. Dieses ist widerum mit Ihrem regulären Bankkonto verbunden.

Die Broker und Banken unterscheiden sich bei den Kosten und Leistungen. Daher lohnt sich beim ETF-Vergleich auch ein Vergleich der Depotgebühren, Ordergebühren, Sparplanangebote und steuerlichen Formalitäten.

Wie erzielt man mit einem ETF Gewinne und wie erhält man diese

Ihr Vermögen in einem ETF kann sich auf zwei Wegen vermehren: Zum einen durch die Kursgewinne an der Börse, zum anderen durch Dividenden bzw. Zinserträge. Beides ist nicht garantiert wie bei einem Sparbuch. Wie Sie die Erträge erhalten, hängt vom jeweiligen ETF ab:

  • Bei ausschüttenden ETFs – gekennzeichnet durch das Kürzel „Acc“ – gehen alle Einnahmen direkt auf Ihr Verrechnungs- oder Tagesgeldkonto.
  • Bei thesaurierenden ETFs – erkennbar am Kürzel „Dist“ – wird es direkt wieder angelegt, so dass sich Ihre Anteile im Depot vermehren und Sie vom Zinseszinseffekt profitieren können.


Für den Kauf der Anteile (Ihr Investment) haben Sie zwei Möglichkeiten. Entweder sie leisten die Zahlungen immer einmalig (beispielsweise, wenn Sie gerade das Geld übrig haben).  Oder Sie zahlen regelmäßig Geld über einen ETF-Sparplan ein. Beim Sparplan können Sie zum Beispiel monatlich einen festen Betrag investieren. Das Geld wird dann automatisch von Ihrem Bankkonto, das mit dem Broker-Konto (Trade Republic oder ING) verbunden ist, in Ihr Depot überwiesen.

Was sind die Vor- und Nachteile von ETFs?

ETFs zeichnen sich durch ein vergleichsweise niedriges Investitionsrisiko, günstige Kosten und eine bequeme Verwaltung aus. Den Chancen stehen aber auch Risiken gegenüber, wie folgende Übersicht zeigt:

Vorteile von ETFsNachteile von ETFs
Niedrige laufende KostenKursschwankungen und Verlustrisiko
Breite RisikostreuungKeine Chance auf einen großen schnellen Gewinn
Hohe TransparenzBei synthetischer Replikation: Risiko, dass die Partnerbank Konkurs anmeldet
Tägliche Handelbarkeit an der BörseWertverlust durch Wechselkurse bei Fremdwährungen
Als Sondervermögen insolvenzgeschütztErträge unterliegen der Abgeltungsteuer

Welche sind die besten ETFs? MSCI World an der Spitze

Die Liste mit den im Vergleich besten ETFs ist seit Jahren konstant. Die Gründe: Die Fonds sind so groß, dass die Kostenvorteile enorm sind und Wettbewerber kaum noch Chancen haben.

Die Anbieter der besten ETFs haben außerdem so viel Erfahrung, dass sie auf Konkurrenz sofort reagieren und die Preise entsprechend nach unten anpassen können. Außerdem investieren die Spitzenreiter in die Weltwirtschaft und diese ändert sich nie von heute auf morgen. Auch die Stiftung Warentest oder Finanztest empfehlen deshalb folgende ETFs.

  • MSCI World Index: umfasst nur Industrieländer | IE00B4L5Y983
  • MSCI All Country World Index (MSCI ACWI): umfasst mittlere und große Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern | IE00B6R51992
  • MSCI All Country Investable Market Index (MSCI ACWI IMI): umfasst kleine, mittlere und große Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern | IE00B3YLWM48
  • FTSE Developed: umfasst nur Industrieländer | IE00BK5BQV03
  • FTSE All-World: umfasst mittlere und große Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern | IE00BK5BQT80
  • Solactive GBS Global Markets Large & Mid Cap: umfasst mittlere und große Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern | IE0000QL0Q64


MSCI steht für Morgan Stanley Capital International, FTSE für Financial Times Stock Exchange. Beides sind Finanzdienstleister mit Sitz in New York und London.

Jeder ETF hat eine individuelle Nummer, die sogenannte ISIN (International Securities Identification Number). So sollen vor allem Verwechslungen vermieden werden, da die Namen oder Namensteile der ETFs oft identisch sind. Die Nummer benötigen Sie beispielsweise, wenn Sie selbst in einer App oder online ETFs kaufen und verkaufen. Und Sie benötigen die ISIN, wenn Sie ETFs in ETF-Rechnern vergleichen wollen.

Firmensitz von Apple mit Apple Symbol am Fenster
Als erfolgreiches Unternehmen steht Apple auf dem Index des MSCI World ETFs

Wie finde ich einen passenden ETF?

Um einen passenden ETF zu finden, gibt es objektive und persönliche Auswahlkriterien, wie etwa Ihre eigenen Wertvorstellungen.

Beim Vergleich von ETFs sollten Sie auf Folgendes achten:

  • Breite Streuung: Ein weltweiter und branchenübergreifender ETF lässt sie am Erfolg vieler Unternehmen teilhaben. Globale Standardindizes wie der MSCI World ETF können für einen langfristigen Vermögensaufbau eine gute Wahl sein.
  • Alter und Größe: Ein schon mehrere Jahre am Markt bestehender ETF mit hohem Fondsvolumen ist sicherer als eine Neuauflage, die sich erst noch behaupten muss.
  • Geringe Kosten: Achten Sie auf eine attraktive Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio / TER). Sie zeigt an wie viel Prozent des Fondsvermögens jedes Jahr für die Verwaltung aufgewendet werden. Bis 0,2 % gelten bei breit gestreuten ETFs als günstig.
  • Eigene Werte und Überzeugungen: Möchten Sie statt in Rüstungsunternehmen lieber in grüne Technologien investieren? Auch das kann bei der Auswahl eine Rolle spielen.


Fachmedien wie Finanztip erstellen regelmäßig Rankings und Testberichte für die besten ETFs, an denen Sie sich orientieren können. Bei der Recherche helfen außerdem Vergleichsportale wie extraETF oder justETF.

Allgemein werden eher Mischfonds als reine Branchen-ETFs empfohlen. Gerät eine Branche in Turbulenzen, ist Ihre Investition gefährdet. Bei einem breit gestreuten ETF ist das Risiko durch die Verteilung auf viele Unternehmen geringer.

Wie finde ich den richtigen Anbieter?

Entscheiden Sie sich am besten ausschließlich für Anbieter mit Sitz in der EU oder mit EU-Zulassung. Andernfalls kann sich Ihre Investition schnell in einen finanziellen oder steuerlichen Albtraum verwandeln. Anbieter mit EU-Zulassung werden von deutschen Finanzämtern ohne Einschränkung akzeptiert. Zudem melden sie die Steuer automatisch an das Finanzamt.

Zu den bekannten und seriösen EU-Anbietern zählen beispielsweise:

  • Amundi ETF (Frankreich)
  • Xtrackers (Deutschland)
  • Deka-ETFs (Deutschland)
  • UBS ETF (Schweiz mit EU-Zulassung)


Darüber hinaus gibt es auch amerikanische Unternehmen mit EU-Zulassung, etwa:

  • BlackRock (iShares)
  • Vanguard
  • State Street Global Advisors (SPDR)
  • Invesco
  • UBS ETF


Achten Sie bei der Wahl des ETF-Anbieters außerdem auf folgende Qualitätsmerkmale:

  • Die Bareinlage auf dem Verrechnungskonto ist über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde abgedeckt.
  • Das Depot mit den ETFs und das Verrechnungs- bzw. Cash-Konto sind klar getrennt. Nur so sind die ETF-Anteile als Sondervermögen bei Insolvenz des Anbieters geschützt.
  • Das Depot ist kostenlos – dies ist Branchenstandard.
  • Sparpläne sollten höchstens 1 Euro Gebühr pro Monat kosten.
  • Die Gebühren sollte auch bei großen Einmalzahlungen fair ausfallen.
  • Der Broker oder die Bank bieten die besten ETFs wie die MSCI World Index an.
  • Online-Plattform und/oder App sind übersichtlich und leicht zu bedienen.
  • Die Jahressteuerbescheinigung wird automatisch zum Download bereitgestellt.


Tipp
: Steht im Namen des Anbieters UCITS (Undertakings for Collective Investment in Transferable Securities) wissen Sie, dass er die strengen EU-Vorschriften erfüllt und solide ist.

App von Trade Republic
Trade Republic gehört zu den großen und soliden Brokern

ETF für Anfänger: kleines Einmaleins

Der wichtigste Schritt, bevor Sie ETFs kaufen: Fragen Sie sich, was Sie mit der Investition erreichen wollen. Ein langfristiger Vermögensaufbau, beispielsweise als Altersvorsorge, ist etwas anderes als schnelle Kursgewinne. Investieren Sie nie Geld, dass Sie kurzfristig brauchen, etwa für Miete, Reparaturen oder Versicherungen – auch bei den besten ETFs kommt es zu Kursschwankungen und ein Teil des Geldes kann weg sein.

Sind Sie sich über Ihre Anlagestrategie im Klaren und haben die Investitionssumme festgelegt, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Depot eröffnen & legitimieren
    Eröffnen Sie das Depot und das dazugehörige Verrechnungskonto beim Broker bzw. der Bank Ihrer Wahl (z. B. Trade Republic). Die Identifikation erfolgt in wenigen Minuten online per Video-Ident-Verfahren mit Ihrem Smartphone. Alternativ gehen Sie zu einer Postfiliale und legitimieren sich dort (Post-Ident-Verfahren). Sie erhalten dann Login-Daten für die App, um alle Aktivitäten rund um Ihren ETF ausführen und beobachten zu können.
  1. Zahlen Sie Geld ein
    Überweisen Sie einen ersten Betrag von Ihrem Girokonto auf das Verrechnungskonto des Brokers. Erst wenn Geld auf dem Verrechnungskonto ist, kann es losgehen.
  2. Passenden ETF auswählen
    Wählen Sie den ETF: Für Anfänger gilt, Aktien-ETFs wie der MSCI World ETF oder der FTSE All World ETF bieten langfristige Renditechancen, da das Risiko breit gestreut ist. Notieren Sie sich die ISIN (Identifikationsnummer des gewählten ETFs).
  3. Ausschüttungsart wählen
    Entscheiden Sie, ob Sie die Erträge thesaurierend (wird reinvestiert) oder ausschüttend (Gewinne werden ausgezahlt) erhalten möchten.
  1. Zwischen einmaligen Zahlungen und Sparplan wählen
    Entscheiden Sie, ob Sie regelmäßige Einmalzahlungen bevorzugen oder im Rahmen eines Sparplans in den ETF investieren. Ein ETF-Sparplan ist für Einsteiger eine gute Wahl, da Sie sich nicht mit dem besten Einstiegszeitpunkt befassen müssen.
  2. Kauf der Anteile und Geldtransfer ins Depot
    Öffnen Sie die App und geben Sie die ISIN des gewählten ETFs in die Suchfunktion der App ein. Autorisieren Sie dann den Transfer des gewünschten Betrages vom Verrechnungskonto ins Depot bzw. aktivieren Sie den Sparplan. Der Betrag wird dann entweder einmalig oder bei einem Sparplan monatlich vom zuvor eingezahlten Geld abgezogen.
  1. ETF arbeiten lassen
    Lassen Sie den ETF laufen und prüfen Sie ihn in regelmäßigen Abständen über Ihre App. Reagieren Sie nicht hektisch auf Kursschwankungen.

Altersvorsorge mit ETFs – ist das sinnvoll?

Die Altersvorsorge mit ETFs ist sehr sinnvoll und wird über das Altersvorsorge-Reformgesetz sogar staatlich gefördert. Der Vorteil der Altersvorsorge mit ETFs ist, dass sich die Aktienmärkte in der Vergangenheit über längere Zeiträume positiv entwickelt haben. Sofern Sie also einen langen Anlagezeitraum anstreben, können ETFs ein solides Investment in die Altersvorsorge sein.

Mit dem Altersvorsorge-Reformgesetz wird die Riester-Rente schrittweise durch ein staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot abgelöst. Sie erhalten also Geld vom Staat, wenn Sie in ETFs investieren, außerdem gibt es steuerliche Vergünstigungen. Das Wichtigste dazu haben wir in unserem Beitrag zum Altersvorsorge-Reformgesetz zusammengefasst.

Allgemeine ETF-Empfehlungen – worauf noch achten

Neben einer klugen, gut informierten Auswahl von Anbieter und ETF helfen ein paar Grundregeln, die Renditechancen Ihrer Anlage zu erhöhen:

  • Peilen Sie einen Anlagezeitraum von mindestens 15 Jahren an – so können Sie kurzfristige Schwankungen aussitzen.
  • Verwenden Sie für das Investment eigens dafür angespartes Geld, keinesfalls das für die laufenden Kosten oder Ihren Notgroschen.
  • Verkaufen Sie Anteile erst, wenn Sie das Geld wirklich brauchen. So vermehrt der Zinseszinseffekt Ihr Vermögen zusätzlich.
  • Überprüfen Sie etwa einmal jährlich, ob der oder die ETFs noch zu Ihrer Anlagestrategie passen und nehmen Sie gegebenenfalls Umschichtungen vor.

Immobilie statt ETF – dann nur mit dem Wohngebäudeschutz

Wer statt in ETFs lieber in handfeste Dinge wie Immobilien investiert, sollte die Immobilie gut versichern. Brände, Elementargewalten oder Stürme könnten andernfalls ganze Existenzen unter sich begraben. Die Wohngebäudeversicherung sichert Hausbesitzer ab. Den Wohngebäudeschutz der BavariaDirekt können Sie einfach online abschließen. Zur Auswahl stehen drei günstige Tarife. Über den Online-Rechner können Sie die Kosten unverbindlich berechnen und bei Gefallen die Versicherung direkt abschließen.  

Immobilie statt ETF – dann nur mit dem Wohngebäudeschutz

Wer statt in ETFs lieber in handfeste Dinge wie Immobilien investiert, sollte die Immobilie gut versichern. Brände, Elementargewalten oder Stürme könnten andernfalls ganze Existenzen unter sich begraben. Die Wohngebäudeversicherung sichert Hausbesitzer ab. Den Wohngebäudeschutz der BavariaDirekt können Sie einfach online abschließen. Zur Auswahl stehen drei günstige Tarife. Über den Online-Rechner können Sie die Kosten unverbindlich berechnen und bei Gefallen die Versicherung direkt abschließen.  

ETFs sind ein solider Baustein für Ihren Vermögensaufbau

ETFs lassen Sie auf recht unkomplizierte und kostengünstige Weise am Kapitalmarkt teilhaben. Das heißt, Sie haben Anteil am Erfolg von Unternehmen. Bei einem langen Anlagezeitraum, mit Sparplänen und breit aufgestellten ETFs ist das Kursrisiko relativ überschaubar, die Renditeaussichten gut. Informieren Sie sich aber gut und seien Sie sich bewusst, dass Kursausschläge vorkommen und Nerven kosten können.

Unser Tipp: Haben Sie vor, in nächster Zeit in einen ETF zu investieren, sollten Sie die Einführung des Altersvorsorgedepots abwarten und sich die staatlichen Zulagen sichern.

Einen weiteren Baustein in der Vorsorge für den Ruhestand bildet die betriebliche Altersvorsorge – wir verraten Ihnen, was Sie dazu wissen sollten. Lesen Sie auch, was bei Teilzeit und Rente gilt und wie Sie mit der Aktivrente im Alter steuerfrei arbeiten können.

Bildnachweis:
Titelbild: stock.adobe.com/DHS, Bild 2: stock.adobe.com/AGPhotography, Bild 3: stock.adobe.com/ImageFlow, Bild 4: stock.adobe.com/Momin Photo Gallery, Bild 5: stock.adobe.com/Claudia Nass

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Cornelia Scheffler
Cornelia arbeitet als Online-Redakteurin bei der BavariaDirekt. Ihr beruflicher Weg führte sie durch viele Redaktionen - von TV über Print bis Online. Bei der BavariaDirekt kombiniert sie profundes Wissen zu Versicherungsprodukten mit Ihrem Spürsinn für aktuelle Leserinteressen rund um das Thema Versicherungen. Wenn sie frei hat spielt sie Cello und ist auf Flohmärkten unterwegs.

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