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So verhalten Sie sich nach einem Unfall richtig an der Unfallstelle

 

Kurz nicht aufgepasst und schon hat es gekracht. Wenn es zu einem Autounfall gekommen ist, ist es jetzt umso wichtiger, einen kühlen Kopf zu bewahren! Wichtig ist jetzt, dass Sie ruhig bleiben und die richtigen Dinge tun - dafür haben wir Ihnen eine Checkliste zusammengestellt.

 

 



Absichern der Unfallstelle

Zur Absicherung der Unfallstelle nach einem Verkehrsunfall sollten Sie folgendes beachten:


  • Schalten Sie als erstes die Warnblinkanlage Ihres eigenen Fahrzeuges an, um die nachfolgenden Verkehrsteilnehmer durch dieses Signal entsprechend zu warnen.

  • Bei Dunkelheit schalten Sie zusätzlich das Fahrlicht Ihres Fahrzeuges an, um so die Unfallstelle zusätzlich zu beleuchten.

  • Laufen Sie dem in gleicher Richtung fließenden Verkehr entgegen.

  • Ziehen Sie sich eine Warnweste an, sofern Sie in Ihrem Fahrzeug eine mitführen.

  • Stellen Sie ein Warndreieck in ausreichender Entfernung auf - es sollte sich innerhalb geschlossener Ortschaften ca. 50m, außerorts ca. 100m und auf Autobahnen ca. 200m von der Unfallstelle entfernt befinden. Stellen Sie das Warndreieck im Zweifelsfall lieber zu weit weg, als dass Sie es zu nah aufstellen.

  • Wenn sich die Unfallstelle vor einer Kurve oder einer Bergkuppe befindet, stellen Sie das Warndreieck vor der Kurve oder der Bergkuppe auf.

  • Fordern Sie nachfolgende Fahrzeuge dazu auf, langsam zu fahren. Strecken Sie dazu einen Arm aus und bewegen Sie ihn in halber Körperhöhe auf- und ab.


Benachrichtigung des Rettungsdienstes

Müssen Verletzte vor Ort medizinisch behandelt werden, ist ein Notarzt zu rufen. Einen Notarzt alarmieren Sie unter der Telefonnummer 112. Nach wählen dieser Nummer, werden Sie Deutschland- und Europaweit mit der zuständigen Leitstelle verbunden. Folgende fünf „W`s“ müssen Sie am Telefon beachten:


  • Wo ist das Ereignis? Geben Sie den Unfallort so genau wie möglich an (Gemeindename, Stadtteil, Straßenname, Hausnummer, Fahrtrichtung, Kilometerangaben an Straßen etc.).

  • Wer ruft an? Nennen Sie Ihren Namen, Standort und eine Telefonnummer für Rückfragen.

  • Was ist geschehen? Beschreiben Sie das Ereignis und das, was Sie konkret sehen - z.B. Verkehrsunfall, eingeklemmte Person.

  • Wie viele Betroffene? Geben Sie eine Auskunft über die Zahl der Betroffenen, deren Lage und Verletzungen.

  • Warten Sie auf Rückfragen! Legen Sie nach Beantwortung der vier vorangegangenen Fragen nicht gleich auf, die Mitarbeiter der Leitstelle benötigen gegebenenfalls noch zusätzliche Informationen.


"Erste Hilfe" leisten

Wenn sich andere Unfallbeteiligte verletzt haben, leisten Sie „Erste Hilfe“. Geben Sie den Verletzten Zuspruch, indem Sie Ihnen durch beruhigende Sätze Zuversicht vermitteln, z.B. dass die Rettungskräfte bereits informiert wurden und der Krankenwagen auf dem Weg ist. Falls nötig, umhüllen Sie Verletzte mit einer Rettungsdecke und führen weiterführende Erste-Hilfe-Maßnahmen wie stabile Seitenlage, Herzdruckmassage oder das Anlegen eines Druckverbandes durch.

Nachfolgend möchten wir Ihr Wissen zu diesen drei lebensrettenden Sofortmaßnahmen ein wenig auffrischen:

1. Stabile Seitenlage: Um nicht an Erbrochenem zu ersticken, sollten bewusstlose, atmende Personen in die stabile Seitenlage gebracht werden. So wird´s gemacht:

  • Knien Sie sich seitlich neben die verletzte Person und bringen Sie sie mit ausgestreckten Beinen in Rückenlage. Dann winkeln Sie den nahen Arm nach oben.

  • Greifen Sie im zweiten Schritt nach dem Arm, der weiter von Ihnen entfernt ist und legen Sie ihn auf die Schulter der verletzten Person auf Ihrer nahen Seite.

  • Danach greifen Sie den weiter entfernten Oberschenkel, beugen das Bein und ziehen die verletzte Person zu sich hinüber. Das oben liegende Bein nun noch ausrichten, so dass der Oberschenkel in einem rechten Winkel zur Hüfte liegt.

  • Im letzten Schritt überstrecken Sie den Hals, öffnen den Mund der verletzten Person leicht und richten die an der unteren Schulter liegende Hand so aus, dass der Hals überstreckt bleibt.

Zur weiteren Veranschaulichung haben wir ein Video zur stabilen Seitenlage bereitgestellt:




















2. Herzdruckmassage: Bei bewusstlosen, nicht atmenden Personen besteht die Gefahr eines Kreislaufzusammenbruchs - dann muss eine Herzdruckmassage vorgenommen werden. Dadurch kann die Überlebensrate der verletzten Person um das Dreifache gesteigert werden. So wird’s gemacht:

  • Knien Sie auf Höhe des Brustkorbs der verletzten Person und platzieren Sie den Ballen einer Ihrer Hände auf die Mitte dessen Brustkorbs.

  • Setzen Sie nun den Ballen Ihrer anderen Hand auf die erste Hand auf.

  • Strecken Sie Ihre eigenen Arme und drücken Sie senkrecht von oben durch Verlagerung des Gewichts Ihres Oberkörpers den Brustkorb der verletzten Person 30x ca. 5-6 cm tief ein.

  • Danach beatmen Sie die verletzte Person 2x, drücken dann erneut 30x auf den Brustkorb, beatmen wieder 2x usw. Die Arbeitsfrequenz des Drückens auf den Brustkorb sollte mindestens 100/Minute, maximal 120/Minute sein. Drücken Sie dabei lieber zu fest als zu sanft. Führen Sie diese Maßnahme bis zum Eintreffen des Notarztes durch.

Zur weiteren Veranschaulichung haben wir ein Video zur Herzdruckmassage bereitgestellt:




















3. Anlegen eines Druckverbandes: Im Fall einer stark blutenden Wunde, muss die Blutung durch einen Druckverband gestoppt werden. Die nachfolgend genannten Utensilien finden Sie allesamt im Erste-Hilfe-Koffer Ihres Fahrzeuges. So wird’s gemacht:

  • Legen Sie zunächst eine Wundauflage auf die blutende Wunde.

  • Nehmen Sie dann einen Verband aus Ihrem Koffer und wickeln Sie ihn ein paar Mal um die Wundauflage.

  • Legen Sie im nächsten Schritt ein Druckpolster auf. Dies kann z.B. ein Stück zusammengerollter Verband sein. Wickeln Sie dann mit dem restlichen Verband aus Schritt 2 weiter und fixieren dadurch das Druckpolster.

  • Konnte die Blutung noch nicht gestoppt werden, so fixieren Sie ein weiteres Druckpolster.

Zur weiteren Veranschaulichung haben wir ein Video zum Anlegen eines Druckverbandes bereitgestellt:




















Beachten Sie des Weiteren die nachfolgenden Infos zur Wundversorgung. Sie sollten:

  • die Wunde nicht berühren.

  • nur größere Fremdkörper, die in der Wunde sind, entfernen.

  • bei der Wundversorgung medizinische Handschuhe tragen.

  • keine Sprays oder Desinfektionsmittel auf die Wunde auftragen.

  • die verbundenen Körperteile hoch lagern. Somit kann der Blutverlust etwas eingeschränkt werden.